20.10.2017

20-jähriges Jubliäum gefeiert

20-jähriges Jubliäum gefeiert

Sanitas Tauberfranken gibt Ehemaligentreffen mit Fachvorträgen und einer Wiedersehensparty.

Ganz gleich ob nach einer geplanten Hüftoperation, nach einem Schlaganfall oder bei der Betreuung von Sportlern: Physiotherapeutinnen und -therapeuten sind heute gefragter denn je. Sie sind Experten auf dem Gebiet der Krankengymnastik, Massagen, Medizinischer Trainingstherapie, Atemtherapie und vielem mehr, um Patienten bei der Rückkehr in den Alltag zu unterstützen oder auch Sportler wieder fit zu machen. Der Weg dahin führt über eine 3-jährige Ausbildung, welche die Physiotherapieschule Sanitas-Tauberfranken seit nunmehr 23 Jahren anbietet. Vor genau 20 Jahren machte Kurs 1 sein Staatsexamen und legte damit den Grundstein der Sanitas-Erfolgsgeschichte.
Als "ein zweites Kind", das sie auf dem Weg zum Erwachsenwerden begleitet hat, bezeichnete Garbiele Weidner, Leiterin von Sanitas-Tauberfranken, die Physiotherapieschule. "In dieses Kind habe ich so viel Zeit investiert und mit ihm zusammen viele Krisen überstanden. Die Schule ist meine Lebensaufgabe geworden, deshalb ist es umso schöner jetzt das Ergebnis zu sehen. Zu sehen, dass sich Zeit und Mühe gelohnt haben und wir heute hier stehen und dieses Jubiläum alle gemeinsam feiern können", sagte die Schulleiterin. 1995 startete die Physiotherapieschule - damals untergebracht in nur einem Raum - als Niederlassung des Kolping Bildungswerks Freiburg. Im Jahr 1996 folgte der Umzug in den geräumigen Neubau des Mittelstandzentrums, wo die Physiotherapieschule auch heute noch untergebracht ist.

Die Finanzierbarkeit wurde mit den Jahren immer schwieriger, deshalb wagte Leiterin Gabriele Weidner mit der Physiotherapieschule nach einigen Jahren den Schritt in die Selbstständigkeit. Aus dem Kolpingbilsungswerk wurde das Bildungszentrum Bad Mergentheim. Um aber auch in Zukunft handlungsfähig zu bleiben und das Angebot noch breiter fächern zu können, suchte man einen starken Partner. Im März 2014 war dieser mit der Gesundheitsholding Tauberfranken gefunden. Von nun an startete man unter dem Namen Sanitas-Tauberfranken neu durch. "Die Gesundheitsholding war und ist unser sicherer Hafen. Ohne sie hätte es den Kurs 23 nicht mehr gegeben. Wir konnten unser Angebot seither kontinuierlich ausbauen. Wir haben heute eine eigene Praxis in eigenen modernen Räumen im Caritas-Krankenhaus mit einem großen Team und konnten die Physiotherapieschule um einen zusätzlichen Turnraum erweitern", erläuterte Weidner.

Thomas Wigant, Regionalleiter der Gesundheitsholding Tauberfranken, zu der neben dem Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim auch das Krankenhaus Tauberbischofsheim, drei Seniorenzentren und MVZs gehören, betonte, dass es sich lohne, auf die dreijährige gemeinsame Wegstrecke zurückzuschauen. "Es tut gut, dass wir uns verändern können, gemeinsam wachsen können. Deshalb danke ich dem gesamten Team von Sanitas-Tauberfranken, für das, was geworden ist."

Gabriele Weidner dankte im Anschluss vor allem ihrer Kollegin Katja Gramlich: "Sie hat mit mir zusammen Freud und Leid geteilt - deshalb teilen wir uns jetzt auch die Verantwortung für die Physiotherapieschule." Katja Gramlich ist stellvertretende Schulleiterin und seit Kurs 2 im Team der Physiotherapieschule. Schon bei der Gründung dabei war, der ehemalige Ärztliche Ausbildungsleiter Prof. Dr. Helmut Schaudig. Er dankte Gabriele Weidner und ihrem Team besonders für die wunderbare erste Zeit des Schulaufbaus. Dank Ausbildungsstätten wie dieser sei die Jugend von heute nicht nur clever und fit sondern auch gut ausgebildet. "Zum Leben gehöre neben dem Jetzt eine ausgeprägte Zukunftsvision, die den Fortgang immer weiter vorantreibt", so Prof. Dr. Schaudig.

Dr. Brigit Weinhold, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Naturheilverfahren, Sportmedizin, Diabetologin DDG, Psychotherapie, folgte Prof. Dr. Helmut Schaudig als Ärztliche Leiterin. Beim Ehemaligentreffen erinnerte sie an vergangene Zeiten und erzählte, wie aufgeregt sie selbst war, als ihr erster Kurs zum Examen antrat. Raymond Valk, Therapeutischer Schulleiter, stellte in seiner Ansprache die aktuelle Situation der Schule in den Vordergrund. "Nach wie vor sind wir die einzige staatlich anerkannte Fachschule für Physiotherapie in unserer Region. Unsere Absolventen sind sehr gefragt und werden wegen ihres guten fachlichen Hintergrunds und ihrer praktischen Erfahrung sehr geschätzt", so Valk. Die Schüler durchliefen während ihrer Ausbildung neben dem theoretischen Unterricht viele verschiedene Ausbildungsstätten in mehreren Akutkrankenhäusern, Reha-Kliniken und Physiotherapiepraxen. "Einige unserer ehemaligen Schüler sind heute bei uns im Team - darüber freuen wir uns besonders", betonte der therapeutische Schulleiter. Die Ehemaligen lud er im Anschluss dazu ein, sich aktiv an den Impulsvorträgen zu beteiligen, Fragen zu stellen und mitzudiskutieren.

Vielfältiges Programm für ehemalige Physiotherapie-Schüler

Während des 2-tägigen Ehemaligentreffens gab es neben ausreichend Gelegenheit des Austauschs viele spannende Vorträge für die Physio-Profis. Am Freitag befassten sich Thomas Ehrmann, Zentrum-Mensch (ZM), Jörg Weber, Sanitas-Tauberfranken, und Raymond Valk mit dem Thema Faszien. Es ging unter anderem um Fasziales Stressmanagent, die Rolle des Faszientrainings in der Physiotherapie und um Faszien und Elektrotherapie. Den Abend ließ man mit einer gemeinsamen 90er-Party ausklingen. Am Samstag referierte Vibeke Hansen, Sanitas-Physiotherapeutin und -Lehrerin, über die Rolle des extrapyramidal-motorischen Systems in der Behandlung der Spastik. Kollegin Susanne Oed sprach über Cervikogenen Schwindel. Sabine Hirschlein, selbstständige Physiotherapeutin und Tobias Neser, Physiotherapeut und Dozent an der Physiotherapieschule Sanitas, schlossen mit Referaten zu orthopädische manuelle Therapie und die Applied Kinesiology sowie der historischen Entwicklung der manuellen Therapie ab.